über "Paparagazzi" und "echte Trends" auf dem Kunstmarkt


Paparagazzi?

Ein neues, gigantisches Bildtableau aus vierzig Teilen.

Das gleiche hast du mir beim letzten Mal auch gesagt. Also wieder Videobilder?

Natürlich interessiere ich mich immer noch für Bilder, die verschwinden oder im Zersetzen begriffen sind …

… aber es geht dir doch auch um das Sequentielle …

Die Zeit an der Wand … Das sind etwa 20 Sekunden in dieser Sequenz. Zeit wird immer wichtiger, vielleicht werde ich alt …

… und die "Schlechtigkeit" des Ausgangsmaterials ist auch wieder Thema?

Gerade die gibt den Bildern ja etwas anrüchiges, verbotenes. Das sind die Paparazzibilder, die wir im Kopf haben.

Also nur weil es pixelt, ist es Medienkunst?

Es ist was es ist. Natürlich wären es ganz andere Bilder, wenn ich sie mit der Großformatkamera gemacht hätte. Scharfe Bilder gibt es genug …

Und warum hast du Kinder beobachtet?

Ich mache jetzt nur noch was die Leute sehen wollen. Kinder, Wolken, Blumen, vielleicht noch Eichhörnchen oder Regenbögen …

Bist du auf die Publikumsgunst angewiesen?

Diese Bilder sind ja immer noch nicht nur "dekorativ" oder "repräsentativ" ohne darüber hinaus zu gehen.

Im ersten Moment habe ich an Muybridge denken müssen …

… was ich ja sicher als Lob auffassen darf. Mein Freund Ramiro aus Brasilien hatte auch diese Assoziation. Er hat Weibels Begriff, "polychronisch" benutzt. Die Sukzession, die letztendlich zum Verschwinden führt, wie in meinem Tableau auch.

Am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf…

… oder zersetzt sich, wenn ich das Wort "Wohlgefallen" nicht benutzen will - ich bin doch so ein düsterer Typ (lacht …).

Mit Humor hast du es nicht so?

Vielleicht nur wenn er düster ist. Dieses "ist ja alles so schön bunt hier" der letzten Kunstmessen geht mir mittlerweile schon auf den Nerv …

Also doch nicht nur noch "Regenbögen"?

Wohl doch nicht …